2. Weimarer Republik
2.1 Deutsche Revolution
Wie es dazu kam
Ende September 1918 gestand die Oberste Heeresleitung unter Ludendorff und Hindenburg offen die Niederlage ein und forderten die Politik auf, Waffenstillstandsverhandlungen aufzunehmen.
Die Amerikaner unterstützen nur die Demokratie und wollen nur mit Demokraten verhandeln.
Der Kaiser setze den Kanzler Max von Baden ein und hofft, dass der bekanntermaßen liberale Max von Baden von den USA akzeptiert würde. Ende Oktober wird Ludendorff (OHL) entlassen und die Mehrheit im Parlament (Reichstag) sollte in Zukunft den Kanzler wählen. Das war schon eine „Vorrevolution". Diese Revolution wurde von Amerika erzwungen. Man nennt es Parlamentarisierung, da die Macht in Zukunft bei der Mehrheit im Parlament liegen sollte. Der Kaiser ist noch immer vorhanden, hat aber keine Macht mehr.
Ende Oktober 1918 gibt die OHL (Oberste Heeresleitung) den Befehl zur Auslaufung gegen England an die Flotte. Die Matrosen streiken und werden dabei von Arbeitern und Soldaten unterstützt. Diese gründen zusammen Räte wie in Russland. Das waren die Sowjets.
Am 9. 11 1918 wurde die Republik ausgerufen. Da sie zweimal ausgerufen wurde spricht man auch von der Doppelausrufung der Republik. Scheidemann von der SPD rief die Republik (Demokratische Republik) um 13 Uhr aus.
Liebknecht vom Spartakus Bund rief sie (die sozialistische Republik) um 16 Uhr aus. Der Kaiser dankte am 10.10.1918 ab, und der Kampf um die neue Staatsform begann. Im Kampf um die Staatsform spielten neben anderen Faktoren die teilweise neu gegründeten Parteien eine wichtige Rolle.
(Um mehr über die Parteien der Weimarer Republik zu erfahren klicke hier.)
- 3-Klassen Wahlrecht im größten Reichsland Preußen
- wenig Mitbestimmung der Bürger in der Politik
- wirtschaftliche Not (Hunger, Armut)
- Wut auf die Bevorzugung des Adels im Kaiserreich
- Autoritätsverlust der Monarchie durch den verloren Krieg
- Aussicht auf bessere Friedensbedingungen (Verhandlungen der Amerikaner nur mit Demokraten)
2.2. Die Weimarer Republik (1918-1933)
Im Hintergrund steht immer die Frage: Warum scheitert die erste deutsche Demokratie? Warum und wie gelingt es Adolf Hitler 1933, die Macht zu übernehmen?
Am 9.11.1918 beginnt in Deutschland der Kampf um die Staatsform. Es stehen sich der Rat der Volksbeauftragten, deren Ziel eine parlamentarische Demokratie ist, und der Großberliner Arbeiter und Soldatenrat, allen voran die kommunistisch gestimmte KPD (kommunistische Räterepublik ähnlich wie in Russland mit nur noch einer wählbaren Partei, der KPD), gegenüber.
Die Entscheidung wird von vielen Machtfaktoren bestimmt, dazu zählen:
1. Stimmung im Volk,
2. Die bewaffnete Macht aus Teilen der alten Reichswehr, Adel, Freikorps, 3. Die bewaffnete Macht aus Arbeiter und Soldatenrat
4. Die Presse
5. die Kirchen
6. Industrie
7. Bürokratie
8. das Gerichtswesen.
Schließlich wird 1919 gewählt. Die Ergebnisse im Überblick:
Damit stand fest, dass die Deutschen mehrheitlich eine Demokratie wollten, da SPD, das Zentrum/BVP und die DDP sich dafür eingesetzt hatten und zusammen ca. 80% der Wählerstimmen bekamen. Die KPD, die gar nicht erst angetreten war, da sie das System der parlamentarischen Demokratie grundsätzlich ablehnte, sowie alle anderen Rechten erreichten ein Bruchteil der Stimmen. (Bei den späteren Wahlen nahm die KPD dann doch teil, ihr Stimmanteil blieb aber immer in der Nähe der 10%-Marke.)
Wie kam das zustande? Wie erklärt sich der Sieg der Demokratie (SPD, DDP, Zentrum)?
Die Gruppen (Machtfaktoren) im Einzelnen:
Für die Demokratie: Volk, im wesentlichen Arbeiter und Soldatenräte, das Kirchenvolk
Für den Kommunismus: Minderheit der Arbeiter und Soldatenräte und die KPD (aus dem Spartakus am 30. 1.1919 gegründet)
Für die Monarchie (steht jedoch nicht OFFEN zur Auswahl bei den Wahlen:
- Die Industrie (6.), wählt aber aus Angst vor Enteignungen die demokratischen Parteien,
- das Gleiche beim Adel (2.), Teile der alten Reichswehr/adlige Offiziere (2.) und den Freikorps (2.),
- die hohen Kirchenfunktionäre (Bischöfe) (5.),
- die Bürokratie (7.)
- und das Gerichtswesen (8.), kommt aus dem Kaiserreich und fällen äußerst harte Urteile gegen linksradikale, lassen aber rechte Gewalttäter meist laufen (Gerichtsurteile)
- sowie die Presse abgesehen von der Parteipresse (4.) zeigen monarchische Gesinnungen.
Damit hat die Weimarer Republik von an Anfang Gegner von Links (an der Sowjetunion orientiert) und den Gegner von Rechts, die meist dem Kaiserreich und autoritären
Staatsformen verbunden, zunächst aus Angst vor dem größeren Übel, dem Kommunismus, in der Demokratie mitspielen, aber mittel- und langfristig die Demokratie beseitigen wollen. Die erste
Demokratie startet mit einer schweren politischen Bürde.
2.3 Die Parteien der Weimarer Republik


2.4. Weimarer Verfassung
Die Weimarer Verfassung galt als sehr demokratisch und freiheitlich. In ihr galt das Prinzip der Gewaltenteilung, das Volk hatte über Volksbegehren und Volksentscheid die Möglichkeit in die Gesetzgebung einzugreifen und die allgemeinen Grundrechte (Menschenrechte) waren garantiert. Es gab keine 5%-Klausel, auch kleine Parteien waren im Parlament vertreten.
1.) Einige Rechte, die für uns heute selbstverständlich sind, wurden damals
neu in die Verfassung aufgenommen. Welche waren das?
Freie Wahlen (Mehrparteiensystem) und Gewaltenteilung, Gleichberechtigung aller Bürger (Frauen und Männer), Schutz der Jugend, (Frieden), Grundrechte (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Koalitionsfreiheit und Gewerkschaften,...) und Grundpflichten, Unterstützung bei Arbeitslosigkeit (soziale Verpflichtung), Anerkennung der Gewerkschaften als Tarifpartner zur Regelung von Lohn und Arbeitsbedingungen
2.) Vergleiche nun die Verfassung der Weimarer Republik mit der
Bundesrepublik. Schreibe dazu die einzelnen Verfassungsorgane
der Exekutive, Legislative und Judikative in die Tabelle.
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Weimarer Republik
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Bundesrepublik Deutschland
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Legislative: Gesetzgebende Gewalt |
Legislative:
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Reichstag |
Bundestag |
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Reichsrat |
Bundesrat |
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Exekutive: Ausführende Gewalt
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Exekutive:
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Reichskanzler / Minister |
Bundeskanzler / Minister |
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Reichspräsident |
Länderregierungen |
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(Reichswehr = Instrument der Exekutive) |
(Bundespräsident) |
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Länderregierung |
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Judikative: Richterliche Gewalt
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Judikative:
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Staatsgerichtshof |
Bundesverfassungsgericht |
3.) Eine besondere Stellung in der Weimarer Verfassung hatte der
Reichspräsident. Welche Befugnisse und Aufgaben hatte er?
Wie wurde er gewählt?
- Wird vom Volk auf 7Jahre gewählt
- ernennt Reichskanzler u. Minister (nach Mehrheit im Reichstag)
- Oberbefehl über Reichswehr
- kann Reichstag auflösen (nur wenn keine Mehrheit im Reichstag vorhanden ist)
- kann Gesetz über Notverordnung ändern (in Katastrophenfälle)
4.) Der Artikel 48 der Verfassung gab dem Reichspräsidenten ein
„Notverordnungsrecht". Wann konnte er davon Gebrauch machen?
Welche Grundrechte konnte er damit zeitweise außer Kraft setzen?
Er konnte vom Notverordnungsrecht Gebrauch machen, wenn er der Meinung war, dass die Sicherheit und Freiheit des deutschen Reiches gefährdet war.
Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124, 153 in denen das Grundrecht festgelegt war konnte er außer Kraft setzten.
Grundrechte konnten nicht eingeklagt werden.

5.) Vergleiche beide Verfassungen. Wie unterscheiden sich die
Aufgaben des Präsidenten, des Kanzlers und das Wahlrecht.
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Heute |
Weimarer Republik |
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Wahlrecht |
Frauen und Männer ab 18, Präsident: auf 5 Jahre |
Frauen und Männer ab 20, Präsident: auf 7Jahre |
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Aufgaben des Präsidenten |
Repräsentant |
Staatsoberhaupt |
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Aufgaben des Kanzler |
„Staatsoberhaupt", Regierungschef, Befehlsgewalt |
Exekutive |
Warum hat man dies in unserem Grundgesetz wohl anders geregelt?
- Da es ungerecht verteilt war.
- Einzelne Personen hatten zu viel Macht.
- 5%-Hürde für Parteien, früher waren alle Parteien entsprechend ihrem Prozentsatz vertreten
- Besonders gefährlich war das Notverordnungsrecht (Artikel 48) in Kombination mit dem Recht das Parlament aufzulösen (Artikel 25) und dem Recht den Kanzler einzusetzen (Artikel 53) zusätzlich mit dem „destruktiven Misstrauensvotum" (= die Parteien finden keinen Konsens und der Kanzler wir nicht mehr von einer Mehrheit getragen und kann abgesetzt werden).
- Gefahr von Machtmissbrauch des Präsidenten = Ersatzkaiser
Heute gibt es das Konstruktive Misstrauensvotum, d. h. wenn ein Kanzler keine Mehrheit mehr hat, muss gleichzeitig ein neuer gewählt werden.
2.5 Die Krisenjahre bis 1923
Immer noch zentral: Die Frage wie sich dieser erste Versuch der Demokratie bis 1923 behaupten
konnte?
General Groener (OHL) über sein Bündnis mit Ebert vom 10.11.1918
[...] Am Abend [des 10. November] rief ich die Reichskanzlei an und teilte Ebert mit, daß das Heer sich seiner Regierung zur Verfügung stelle, daß dafür der Feldmarschall und das
Offizierskorps von der Regierung Unterstützung erwarteten bei der Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin im Heer. Das Offizierskorps verlange von der Regierung die Bekämpfung des
Bolschewismus und sei dafür zum Einsatz bereit. Ebert ging auf meinen Bündnisvorschlag ein. Von da ab besprachen wir uns täglich abends auf einer geheimen Leitung zwischen der Reichskanzlei und
der Heeresleitung über die notwendigen Maßnahmen. Das Bündnis hat sich bewährt. [...] Wir [die Offiziere der O.H.L.] hofften, durch unsere Tätigkeit einen Teil der Macht im neuen Staat an Heer
und Offizierskorps zu bringen, gelang das, so war der Revolution zum Trotz das beste und stärkste Element des alten Preußentums in das neue Deutschland hinübergerettet. Zunächst galt es freilich
Zugeständnisse zu machen, denn die Entwicklung im Heer und in der Heimat war solche Wege gegangen, daß es sich vorerst nicht um rücksichtsloses Befehlen von seiten der O.H.L. handeln konnte,
sondern um Auffangen und Unschädlichmachen der revolutionären Strömungen.
Groener, W., Lebenserinnerungen, zit. n. Ritter, G. A., Miller, S. (Hg.), Die deutsche Revolution 1918-191 9 - Dokumente, S. 98 f.
- Mit welchen Mitteln kann sich die demokratische Regierung (SPD, Zentrum, DDP) zunächst behaupten ?
Durch das Bündnis mit der radikalen Rechten (DNVP, Teile der alten monarchistische Offiziere, Reichswehr) zur Niederschlagung der linken Aufstände (USPD, KPD= Spartakus, Soldaten und Arbeiterräte, Gewerkschaften) und mit einem Bündnis mit der Linken zur Bekämpfung rechtsradikaler Putschversuche (1920 Kapp-Putsch) durch die Gewerkschaften (Generalstreik). Sie können sich auch durch ihre Sozialpolitik, die das an die Macht kommen der Radikalen vorbeugt, behaupten.
- Inwiefern macht Friedrich Ebert (SPD) einen Fehler, indem er mit der alten Reichswehr kooperiert/zusammenarbeitet (Ebert-Groener-Pakt) ?
Die alte Reichswehr und ihre Unterstützer wartet nur auf eine bessere Möglichkeit um einen Putschversuch zu unternehmen. Sie haben durch den Ebert-Groener- Pakt nur die Zukunft des Militärs als ein Machtfaktor gesichert. Er gab ihnen dadurch einen Teil der Macht zurück (es entsteht eine Art Staat im Staat). Zeitweilig schürt man Krisen und macht Propaganda gegen die Demokratie. Eine der bösartigsten Propagandalügen war die „Dolchstoßlegende"(die Behauptung die deutsche Front sei von hinten erdolcht worden).
- Wie würde Ebert die Politik der Regierung rechtfertigen?
Das Wohl und die Sicherheit des demokratischen Deutschlands müsse gesichert werden.
Er verweist auf die Notwendigkeit die rechten Putsche und linken Aufstände niederzuschlagen. Er behauptete es wäre auf die Schnelle nicht genügend demokratische Truppen aufzustellen gewesen.
2.6 Das Krisenjahr 1923

Die Dolchstoßlegende
Kaum eine andere Parole hat so viel zur Zerstörung der Demokratie in der Weimarer Republik (1918 bis 1933) beigetragen. Bald nach der
Niederlage der deutschen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg war in Zeitungen zu lesen, das deutsche Heer sei im Felde unbesiegt, aber von hinten, aus der Heimat heraus, mit
einem Dolchstoß erledigt worden. Der Vorwurf richtete sich vor allem gegen die am 3.
Oktober 1918 gebildete parlamentarische Regierung und schließlich gegen Parlamentarismus und Demokratie überhaupt. Besonders verhängnisvoll war die Aussage des Feldmarschalls Paul von Hindenburg.
Damit wollte er die Demokraten- und Arbeiterbewegung für die Niederlage verantwortlich machen, da diese Vaterlandsverräter durch ihre Friedensforderungen und Arbeitsniederlegungen gegen Ende des
Krieges der tief im Feindesland stehenden, im Felde unbesiegten Armee in den Rücken gefallen seien und Heer und Flotte heimlich und planmäßig zersetzt hätten.
Hindenburg täuschte damit bewusst die Öffentlichkeit, denn er selbst hatte zusammen mit der Obersten Heeresleitung im Oktober 1918 die Forderung nach einem Waffenstillstandsgesuch erhoben, mit
der Feststellung, die militärische Niederlage sei unabwendbar.
Der Versailler Vertrag
Der Versailler Vertrag sorgte für heftige Kritik gegen die WeimDer Versailler Vertrag sorgte für heftige Kritik gegen die Weimarer Republik besonders von Seiten der Rechten (alte Reichswehr usw.), da er als Erniedrigung des deutschen Volkes angesehen wurde. Er wurde von den Rechten zu Propagandazwecken genutzt, indem man dem Volk einredete, die Demokraten hätten den Versailler Vertrag verursacht, indem sie ihn unterzeichneten. In Wahrheit lagen die Ursachen natürlich viel tiefer. Es war ein Hauptziel der deutschen Außenpolitik, den Versailler Vertrags aufzuheben.arer Republik besonders von Seiten der Rechten (alte Reichswehr usw.), da er als Erniedrigung des deutschen Volkes angesehen wurde. Er wurde von den Rechten zu Propagandazwecken genutzt, indem man dem Volk einredete, die Demokraten hätten den Versailler Vertrag verursacht, indem sie ihn unterzeichneten. In Wahrheit lagen die Ursachen natürlich viel tiefer. Es war ein Hauptziel der deutschen Außenpolitik, den Versailler Vertrags aufzuheben.
Die Besetzung des Ruhrgebietes
Reparationslieferungen:
- 132 Milliarden Goldmark in 66 Jahresraten zu entrichten
- August 1922 Verzicht auf Geldleistungen, aufgrund schlechter finanzieller Lage Deutschlands
- Erhöhung der Güterlieferungen (Holz, Kohle)
Besetzung des Ruhrgebietes:
Ende 1922 konnte Deutschland nicht liefern.
Frankreich sieht einen Vertragsbruch, da es selbst durch den Krieg dicke Rote Zahlen schrieb.
Daraufhin wurde das Ruhrgebiet ab dem 11.1.1923 von französischen und belgischen Truppen (60 000 Soldaten) besetzt.
Passiver Widerstand:
Der Einmarsch der Franzosen löste deutschlandweit Entrüstung aus. Selbst die Deutsche Regierung unter Wilhelm Cuno protestierte dagegen und stellte sowohl Reparationszahlungen als auch
Reparationslieferungen ein. Die Folge war der Aufruf zum passiven Widerstand.
Den Beamten wurde untersagt, den Befehlen der Franzosen zu folgen; die Bevölkerung verweigerte die Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht.

Belagerungszustand:
Als Strafe dafür verhängte der französische Ministerpräsident Poincaré den Belagerungszustand. Dazu kam, dass Bergwerke und Fabriken stillgelegt und geschlossen wurden, öffentliche Gelder und
Firmenkassen wurden beschlagnahmt und ca. 150.000 Menschen („Staatsdiener") wurden ausgewiesen; Ministern wurde die Einreise untersagt.
Ruhrkampf:
Auf beiden Seiten kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Gegen den Willen der Regierung wurden von deutscher Seite Sabotage- und Sprengstoffanschläge auf Verkehrswege und Transport-mittel
verübt, um den Abtransport von Gütern zu verhindern. Französische Soldaten erschossen in Essen 13 streikende Arbeiter und in Dortmund 7 Männer, die eine verhängte Ausgangssperre überschritten
hatten.
Der Ruhrkampf forderte insgesamt 137 Menschenleben, der wirtschaftliche Schaden belief sich auf 3,5 bis 4 Milliarden Goldmark.
Aufgabe des Widerstandes:
Die deutsche Wirtschaft, die durch die Geldinflation angeschlagen war, konnte die Kosten der rasenden Inflation nicht mehr verkraften. Deshalb hat die neue Regierung mit Gustav Stresemann
beschlossen, den Widerstand dagegen aus finanziellen Gründen am 26 September 1923 aufzugeben. Bei der Bevölkerung hinterließen die Auseinandersetzungen betroffene Gebiete und einen gesteigerten
Hass auf die Franzosen.
Folge: Steigerung des Schuldenbergs.
Der Hitler-Putsch von 1923
Politische
Lage in Bayern
In Bayern und in München wurde die Entscheidung zu einer Reichsregierung nicht akzeptiert. Stattdessen kam es zu einer Hochburg rechtsradikaler Parteien und Gruppierungen. Wegen ihrem großen
Willen die alte Monarchie fortzuführen haben sie Gustav Ritter von Kahr zu ihrem „Monarchen" gemacht. Sie übertrugen ihm die diktatorische Vollmacht.
Sogar die Reichswehr in Bayern unter Generalleutnant Otto von Lossow weigerte sich Befehle aus Berlin auszuführen.
Diese kritische Lage versuchte Adolf Hitler zusammen mit Erich Ludendorf ,einer der berühmtesten Generäle im ersten Weltkrieg, für seine Zwecke auszunutzen.
Er war Führer der NSDAP, einer ebenfalls rechtsradikalen Partei. Es sprach zwar von einer gemeinsamen Durchsetzung der Monarchie,
verfolgte jedoch eigene Interessen
Versammlung im Bürgerbraukeller
Am Abend des 8. Novembers wurde eine Versammlung von wichtigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Militär gehalten. Hitler stürmte diese Versammlung und konnte von Kahr, von Seißer und von Lossow dazu überreden ihn zu unterstützen, indem sie ihm halfen die Regierung zu stürzen. Sie widerriefen dies jedoch ein paar Stunden später wider und alarmierten die Polizei zur Niederschlagung des Aufstandes.
Marsch auf die Feldherrnhalle
Hitler erkannte das sein Putschversuch nicht genug Unterstützung bekam und plante daraufhin eine Demonstration mit einigen tausenden Anhängern. An der Feldherrnhalle wurde die Menge von einer Polizeiabsperrung aufgehalten. 17 Menschen starben, Hitler konnte fliehen.
Der Hitlerprozess
Zwei Tage später konnte Hitler gefasst werden, und wurde wegen Hochverrats zu 5 Jahren Haft verurteilt. Die NSDAP wurde im gesamten Reich verboten. Das Urteil fiel so milde aus, da die Richter Sympathien für Hitler hegten. Er saß von den 5 Jahren jedoch nur 9 Monate ab.
Die Inflation
Ursachen
Die Entwicklung der Inflation in Deutschland begann mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges.
Ein drittel des Geldumlaufs war durch Goldreserven oder auch durch andere Sicherheiten gedeckt. Durch die Aufhebung dieser Reserven, da man diese zur Finanzierung der Krieges benötigte, druckte
das deutsche Reich immer mehr Geldscheine . Bis Kriegsende verfünffachte sich die Menge des Geldes. Dies führte zur Preissteigerungen und der Wert des Geld verringerte sich stark. 1916 wurden
dann alle Silber und Goldmünzen eingezogen um den Krieg zu finanzieren. Auch durch die Kriegsanleihen, die nach gewonnen Krieg zurückgezahlt werden sollten, entstand die hohe Staatsverschuldung
(ca. 150 Milliarden Goldmark). Ab 1918, nach Kriegsende, musste man für den Wiederaufbau, soziale Leitungen für Kriegsopfer und Hinterbliebene laufend neue Kredite aufgenommen werden.
Als dann 1921 auch noch die Reparationszahlungen (132 Milliarden Goldmark) dazukamen,
verschlimmerte sich die Lage nochmals enorm. Das ließ den Wert der Mark weiter absinke und die preise steigen weiter. Nicht einmal um die Zinsen der Staatsschulden zu tilgen reichten die
Einnahmen des Staates.
Verlierer der Inflation
Die größten Verlierer der Inflation waren vor allem Arbeitnehmer, Rentner, Vermieter und die Besitzer von Bargeld oder Sparguthaben. So z. B. wer vor dem Krieg 10 000 Goldmark für seine
Altersversorgung angespart hatte, dem blieben davon Ende 1923 noch 0,0001 Pfennig.
Gewinner der Inflation
Gewinner der Inflation waren diejenigen, die verschuldet waren, da sie diese mit wertlosem Geld begleichen konnten. Auch die Besitzer von Fabriken, Häusern und Grundstücken profitierten,
solange sie diese nicht verkauften. Auch Exportunternehmer machten gute Geschäfte, da sie ihre Lohn- und Betriebskosten durch die Inflation stark senken konnten
Während viele Sparer alles verloren, gab es aber auch Leute, die in dieser Zeit viel Geld gewannen.
Zum Beispiel Hugo Stinnes: Er kaufte von 1920 bis 1922 auf Kredit Anteile an mehr als 1600 Betrieben, die er dann problemlos mit der wertlosen Goldmark zurückzahlen konnte
Einer der größten Gewinner war aber auch der Staat selbst. Die gesamten Kriegsschulden von 164 Milliarden Goldmark betrugen 1923 bei der Währungsreform nur noch 16,4 Pfennige, was natürlich die
diejenigen ärgerte, die ihr Geld in Kriegsanleihen investierten. Dies schwächte das Vertrauen zwischen Bevölkerung und dem Staat noch mehr.
Währungsreform
Eine neue Regierung unter Gustav Stresemann, bestehend aus einer "Großen Koalition" von SPD, DDP, Zentrum und DVP leitete am 15. November eine 1923 neue Währungsreform ein, die Rentenmark. Nun
erhielt man für 1 Billion Papiermark 1 Rentenmark. Die Rentenmark wurde jedoch am 30. August 1924 durch die goldgedeckte Reichsmark abgelöst, die auch im internationalen Zahlungsverkehr voll
anerkannt war.



Folgen des Krisenjahres 1923
Bei den Wahlen 1924: Radikalisierung der Wählerschaft
nach Links KPD12,6% und
nach Rechts (DNVP 19,5%, NSDAP 6,6%)
im Mai 1924
2.7. Außenpolitik 1922- 1929
Außenminister von 1923 bis 1929
Gustav Stresemann antwortet auf ein Brief des preußischen Kronprinzen, der Bedenken äußert zum beabsichtigten Eintritt Deutschlands in den Völkerbund
Aus der Antwort Dr. Stresemanns vorn 7. September 1925:
... Zu der Frage des Eintritts in den Völkerbund möchte ich folgendes bemerken: die deutsche Außenpolitik hat nach meiner Auffassung
für die nächste, absehbare Zeit drei große Aufgaben:
Einmal die Lösung der Reparationsfrage in einem für Deutschland erträglichen Sinne und die Sicherung des Friedens, die die Voraussetzung für eine Wiedererstarkung Deutschlands ist.
Zweitens rechne ich dazu den Schutz der Auslandsdeutschen, jener zehn bis zwölf Millionen Stammesgenossen, die jetzt unter fremdem Joch in fremden Ländern leben.
Die dritte große Aufgabe ist die Korrektur der Ostgrenzen: die Wiedergewinnung von Danzig, vom polnischen Korridor und eine Korrektur der Grenze in Oberschlesien.
Im Hintergrund steht der Anschluss von Deutsch-Osterreich.. .
Wollen wir diese Ziele erreichen, so müssen wir uns aber auch auf diese Aufgaben konzentrieren. Daher der Sicherheitspakt, der uns einmal den Frieden garantieren und England, sowie ... Italien
als Garanten der deutschen Westgrenze festlegen soll. Der Sicherheitspakt birgt andererseits in sich den Verzicht auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit Frankreich wegen der Rückgewinnung
Elsaß-Lothringens...
Die Sorge für die Auslandsdeutschen spricht für den Eintritt in den Völkerbund ... Die Bedenken, dass wir im Völkerbund überstimmt werden, gehen von der falschen Voraussetzung aus, dass es in
diesem Völkerbundsrat, der die Entscheidung hat, eine Überstimmung gibt. Die Beschlüsse des Völkerbundsrats müssen einstimmig gefasst werden ...
aus: Michalka, W./Niedhart, G.: Die ungeliebte Republik. [dtv-Dokumente 2918], München 1980, S. 162 ff
Demgegenüber müssen wir Nationalsozialisten unverrückbar an unserem außenpolitischen Ziele festhalten, nämlich dem deutschen Volk den ihm gebührenden Grund und Boden auf dieser Erde zu sichern. Und diese Aktion ist die einzige, die vor Gott und unserer deutschen Nachwelt einen Bluteinsatz gerechtfertigt erscheinen lässt...
A. Hitler, Mein Kampf, München (1925/26) Ausgabe 1934, S. 739.
Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewusst einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir schließen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft.
Das Riesenreich im Osten ist reif zum Zusammenbruch. Und das Ende der Judenherrschaft in Russland wird auch das Ende Russlands als Staat sein. Wir sind vom Schicksal ausersehen, Zeugen einer Katastrophe zu werden, die die gewaltigste Bestätigung für die Richtigkeit der völkischen Rassentheorie sein wird.
A. Hitler, Mein Kampf, München (1925/26) Ausgabe 1934, S. 742.
1) Vergleiche die außenpolitischen Ziele Gustav Stresemanns mit denen Adolf Hitlers. Welche Folgen dürfte die jeweilige Außenpolitik für Deutschland und die Welt haben?
Die Ziele Stresemanns und Hitlers waren grundverschieden. Stresemann wollte die Reperationsfrage friedlich und in einem für Deutschalnd erträglichem Sinne lösen. Die Sicherung des Friedens, welches seiner Meinung nach für die Wiederstärkung Deutschlands verantworlich war , war ihm ebenfalls wichtig. Außerdem wollte er den Schutz der Auslandsdeutschen.. Ein anderes Anliegen war ihm die Korrektu der Ostgrenzen, welches durch die Sicherung des Friedens jedoch nicht gewährleisten werden konnte. Hitlers Zielen waren die Sicherung des dem deutschen Volke gebührenden Grund und Boden auf dieser Erde, die völkische Rassentrennung und die Eroberung Russlands. Die Ergebnisse der Politik Stresemanns wären:
1925 Vertrag von Locarno: Deutschland verzichtet endgültig auf Elsass-Lothringen. Man behält sich friedliche Revision der Ostgrenze vor. GB, I, B, D, F garantieren den Vertrag
1924 Dawes-Plan Reparationszahlungen auf 2 Mrd. RM jährlich begrenzt. D erhält eine Finanzspritze (800 Mill. $) zur Belebung der
Wirtschaft
1925 Franzosen räumen das Ruhrgebiet
1926 Dtld. wird Mitglied im Völkerbund (internationale Anerkennung)
1926 Neutralitätspakt mit der Sowjetunion (SU)
1929 Young-Plan: 1-2 Mrd. RM jährlich bis 1988 (Reparationen)
1930 vorzeitige Räumung des Rheinlandes d. die Franzosen
1932 Reparationen mit Endzahlung von 3 Mrd. RM abgeschlossen
Die traurigen Folgen der Außenpolitk Adolf Hitlers (2. Weltkrieg) werden in nächster Zeit auf diesem Blog zu finden sein.
2.8 Weltwirtschaftskrise
1.) Welche Ursachen hatte der Börsensturz in den USA am 29. Oktober 1929?
- Die USA erzielen gewaltige Gewinne aus den Waffenverkäufen während des Ersten Weltkrieges (F, GB). → Aktienkurse
steigen.
- Die USA beliefern die notleidenden Länder nach dem Krieg.
→ Aktien und Gewinne steigen weiter. Die Gewinne werden investier
- Produktivitätssteigerung (man produziert immer mehr, immer günstiger und effizienter), immer
größere Warenmengen werden produziert.
- Der normale Amerikaner nimmt Kredite auf und kauft Aktien. Durch den späteren Verkauf erzielt er
einen Gewinn (weil die Aktienpreise immer steigen). 1929 geraten die USA in eine Überproduktion, viele Waren werden nicht mehr benötigt, da die Bürger
sie schon haben → Die Produktion schrumpft, die Aktienkurse fallen.
- Wer auf Kredit gekauft hatte, wollte möglichst schnell seine Aktien los werden und setzte damit eine Abwärtsspirale in Gang, da bei weiter fallenden Kursen immer mehr Anleger verkaufen mussten. Viele Banken bekommen die Kredite nicht mehr zurück. → Viele Banken gehen pleite (Bankenkrise)
Folge: Viele Firmen mussten schließen oder die Produktion einschränken → Entlassungen → viel Arbeitslosigkeit. Da die Banken keine Kredite mehr an die Firmen vergeben können (Rohstoffeinkauf), gehen viele Fabriken und Firmen pleite. → Arbeitslosigkeit
→ Teufelskreis
1933 waren ca. 13 Mio. Amerikaner ohne Arbeit, das war ein Viertel aller Beschäftigten.
2.) Warum wurde Deutschland von der Krise
besonders hart getroffen?
- Abhänigkeit von amerikanischen Krediten
→ Entlassungen
→ Arbeitslosenzahl steigt
→ Privater Verbrauch sinkt
→ Produktion senken
→ Arbeitslosenzahl steigt
→ Warenexport, Industrie-Produktion sinkt
- Banken verloren ihre verliehenen Gelder und mussten
Ihre Kredite zurückzahlen
→ zahlungsunfähig
- Sparer hoben ihr Vermögen ab
→ Banken verloren Geld
Um zahlungsfähig zu bleiben, begannen die amerikanischen Banken nun ihre kurzfristigen Auslandskredite zu kündigen und Gelder aus dem Ausland abzuziehen. Amerikanische Gelder waren nach Deutschland geflossen und kurzfristig wieder abgezogen. Am schlimmsten traf diese Maßnahme Deutschland, da hier die Abhängigkeit von amerikanischen Krediten am stärsten war. Die deutschen Firmen hatten nicht genug Eigenkapital und deshalb mussten viele Konkurs anmelden und ihre Beschäftigten entlassen. Damit begann derselbe "Teufelskreis" wie in den USA.

Vervollständige dazu das Schaubild:(folgt noch)
3.) Was unternahm die Regierung zur Bekämpfung der Krise und mit
welchem Ergebnis?
Die Lösung der Regierung Brüning-Zentrum- (ab 1930) war ein strenger Sparkurs:
- strenger Sparkurs
- keine Aufträge des Staates an die Industrie mehr
- Löhne der Beamten wurden gekürzt
- Steuern erhöht
- Sozialausgaben gesenkt
→Kaufkraft lies weiter nach
→ Teufelskreis
→ NSDAP gewann vermehrt Wählerstimmen
4.) Wie reagierten die Wähler auf die Massenarbeitslosigkeit?
Sie wählten vermehrt radikale Parteien (NSDAP), die Lohn und Arbeit für alle versprachen.
5. Wie konnte es zur erneuten Wirtschaftkrise im Jahr 2008/2009 kommen?

