Erster Weltkrieg
1.1 Ursache des Ersten Weltkriegs
Militarismus, Nationalismus und Imperialismus gehen wie Zahnräder ineinander über. In folgendem Text gehe ich auf alle drei Punkte ein.
a) Nationalaismus
Der Nationalismus ist prägend für die Gesellschaft in allen Großmächten.
--> Großbritannien: Stolz auf das Empire und die vielen Kolonien
-->Frankreich: Stolz auf Kolonien, steht voll hinter den Idealen der französischen Revolution
]-->Deutschland: aggressiver Nationalismus wegen „ungerechter“ Verteilung der Welt, Rechtfertigung:
Überlegenheit aller durch wirtschaftliche Stärke
-->Russland: Traum vom russischen Großreich, Rechtfertigung: Schutz der slawischen Brüder
b) Militarismus
Der Militarismus bahnte sich über Jahrzehnte hinüber an. Das Militär gewinnt zunehmend an Einfluss. Dies führt zu einer militärischen Denkweise, selbst die Kinder werden mit einbezogen wie folgende Bilder zeigen. Dieses Bild zeigt ein Kartenspiel aus Deutschland.. Jedoch gab es diese Art von Militarismus, der auf die Kinder ausgeübt worden war auch in Frankreich. Das Bild zeigt den Soldaten als erstes Spielzeug. Das Bild stammt übrigens von Pralinendeckel.
Die drei Hauptgründe für den Militarismus waren also:
- militärisches Denken im Alltag --> führt zu Gewöhnung des Militärs
- Das Wettrüsten aller Nationen führte schon zunehmend auf einen unausweichlichen Konflikt hin und steigert das gegenseitige Misstrauen
- Die Politik wird vom Militär zu stark beeinflusst, so besteht die Gefahr, dass die Politik militärisches Denken übernimmt und den Krieg mehr und mehr als Möglichkeit sieht. Kaiser Wilhelm II. beispielsweise zeigt sich gern in Uniform als oberster Militär
- 1870 Beginn des Imperialismus
- 18. Januar 1871 Willhelm der II wurde zum deutschen Kaiser à Festigung der Einheit der25 deutschen Einzelstaaten.
- Keine Interesse (Integration) Deutschlands am Imperialismus, da Deutschland von allen Seiten angreifbar war.
- 1884 erwarb Bismarck widerwillig Togo, Kamerun, Deutsch-Südwestafrika, 1884/85 die Südseekolonien Kaiser-Wilhelms-Land, die Marshall-Inseln und den Bismarck-Archipel.
- 1885 erwarb Carl Peters, Gründer der „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“, Deutsch-Ostafrika für das Deutsche Reich.
- Großbritannien erwarb sich zielstrebig 20% des Globus (23% der Weltbevölkerung)
- Frankreich erwarb sich Madagaskar
- Bis 1914 wurde die Welt unter den Kolonialmächten aufgeteilt.
- Die Völker in den Kolonien waren den Kolonialmächten unwichtig. Es herrschten Unterdrückung, Ausbeutung und Demütigung
- Motive:
*Suche nach unerschlossenen Märkten (Verkauf von Exportartikel an die Kolonialländer)
*Suche nach Rohstoffen und
Absatzmärkten
*Suche nach neuen
Investitionfeldern
*„Sicherheitsventil“ für den
Bevölkerungsüberschuss im
Mutterland
*militärische Stützpunkte zur Absicherung der eigenen Märkte.
-Spannungen, Konflikte und Kriege zwischen den Kolonialmächten, USA von Spanien 1898: Kuba, Puerto Rico und Guam. Für 20 Millionen Dollar Entschädigung an Spanien sicherte sich die USA die Philippinen. Die USA griffennach 1900 nur kurzzeitig gegen „widerspenstige“ Kolonien militärisch ein, um ihre Intressen (z.B amerikanische Investition in diesem Land) durchzusetzen. Das nennt man dem informellen Imperialismus.
- 1898 Faschoda Krise: Aufeinanderstoßen der Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien. Frankreich verhinderte in letzter Minute einen Krieg indem es absprang. Damit war der Sudan Britisch.
- Großbritannien und Russland wollten Afghanistan und Persien. Den Briten ging es dabei vor allem darum, ein weiteres Vordringen Russlands Richtung Indien zu verhindern.
-1897/98 erwarb Russland zwei eisfreie Häfen am chinesischen Meer. Russland musste die Vorherrschaft Japans über Korea anerkennen. Die Briten wurden misstrauisch und vereinigten sich 1902 mit Japan.
- Russland wollte ein Einflussgebiet am Balkan, um in Nähe des Mittelmeeres (Seewege!!!) zu sein. Russland hatte kaum eisfreie Häfen. Großbritannien lehnte dies aus dem Grund bzw. Vorwand ab, über die Freiheit der Meere zu wachen. Tatsächlich aber sah Großbritannien ihren Seeweg nach Indien (Suezkanal) durch eine Präsenz der Russen in Gefahr
1. 2. Julikrise 1914
Durch eine Kettenreaktion im Juli 1914 wurde der Kriegsbeginn ausgelöst.
Diese Kettenreaktion startete mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares in Serbien durch serbische Nationalisten(nicht vom Staat) ausgelöst. Darauf folgte ein Ultimatum von Österreich an Serbien, das nicht erfüllbar war.
Alles traf aufeinander und es bildeten sich zwei Seiten: Deutschland, Österreich- Ungarn, Italien und auf der anderen Seite fast der Rest der Welt.
Deutschland beeilte sich sehr eine Kriegserklärung an Frankreich zu schicken , da sie einen Zwei- Fronten Krieg (durch schnellen Sieg in Frankreich, genug Zeit die Truppen nach Preußen zur Schlacht gegen Russland zu bringen) vermeiden wollten.
England war in der Zeit der neuen „eventuellen Kriegsbündnisse Schließung“ sehr an einer Friedenskonferenz bemüht, da sie durch einen Krieg eventuell ihre Weltmachtstellung verlieren könnten.
Schließlich schlug sich England jedoch auf die Seite der Russen, Franzosen und Serben. Diese Entscheidung war durch den Durchzug deutscher Truppen durch das neutrale Belgien ausgelöst worden.
Schuldzuweisungen sind nicht wirklich möglich, da durch den aggressiven Nationalismus jeden Landes zu dieser Zeit jeder eine Teilschuld hatte.
Interpretation des Historiker G.
Krumeich zur Kriegsschuldfrage
[...] Es dürfte heute kein Zweifel daran bestehen, daß das Deutsche Reich durch
seine unbedingte Unterstützung Österreich-Ungarns bei dessen Vorgehen gegenüber Serbien und durch seine Strategie, die Kriegsbereitschaft der Alliierten und insbesondere Rußlands durch Starrheit
in den Verhandlungen auszuloten, alle Bemühungen um eine diplomatische Deeskalation (1) (wie sie insbesondere von England unternommen wurden) sabotiert hat. Die Verantwortlichen in Berlin waren
bereit zum „Sprung ins Dunkle" des Krieges (Bethmann Hollweg). So gesehen trug Deutschland zweifellos große Schuld am Kriegsausbruch. Heutige Forschung zur Kriegsschuldfrage interessiert sich
jenseits der diplomatischen Verwicklungen vor allem für die Frage, wie es zu einer derart phobisch aufgeladenen (2) Wahrnehmung der internationalen Beziehungen im Juli 1914 kommen
konnte.
(1) = Entspannung
(2) = gestörten
1.3. Verlauf des Krieges
Dieser Text stammt zum Teil aus dem Handout von dem Vortrag von Jasmin und
Lena
-
1914:
- 28.6: Attentat von Sarajewo
- 1.8.: deutsche Kriegserklärung an Frankreich
- 3.8.: deutsche Kriegserklärung an Russland
- 4.8.: Deutschland besetzt neutrales Belgien
=> Kriegseintritt von GB
- 26.8. - 30.8.: Schlacht bei Tannenberg
(Deutschland gegen Russland)
- 6.8. - 12.8.: Schlacht an der Marne („Wunder an der Marne")
=> Wettlauf zum Meer
(Deutschland gegen Frankreich)
Aus dem Bewegungkrieg wird ein Stellungskrieg von der Nordsee bis an die Schweizer Grenze. 700 km Schützengräben. Im Westen gibt es bis 1918 blutige Schlachten aber kaum Geländegewinne. Im Osten rücken die Mittelmächte trotz mancher Rückschläge weiter vor.
- 1915
- 22.2.: Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Kriegs
(Deutschland gegen GB)
- 7.5.: Versenkung des britischen Passagierschiffs („Lusitania")
=> Konflikt mit USA
- 1916:
- 21.2- 21.7: Schlacht bei Verdun (größte Materialschlacht)
(Deutschland gegen Frankreich)
- 1.7- 25.11: Schlacht an der Somme (größte, blutigste Schlacht)
(Deutschland gegen GB + Frankreich)
-
1917:
- 6.4: USA erklärt Deutschland den Krieg
- 7.11: Russland scheidet aus dem Krieg aus („Oktoberrevolution")
- 1918:
- 3.3: Unterzeichnung des Friedensvertrags in Russland
=> Russland verliert große Gebiete und 25% der Bevölkerung
- 21.3: „Michaelsoffesive" des Deutschen Reichs scheitert
(Alliierte gegen Mittelmächte)
- 11.11: Abschluss des Waffenstillstands: Das Deutsche Reich kapituliert die Bündnispartner folgen:
- Bulgarien 30.9.
- Türkei: 31.10.
- Österreich- Ungarn: 3.11. 1918
1.4 Kriegserfahrung und Heimatfront
1.5 Russische Revolution
Die Russische Revolution 1917 - Ein Signal für die Weltrevolution?
Ein Stern verblasst! - Sowjetunion 1917 bis 1991
Fragen zum Film
Was bedeutet die Aurora? Welche Rolle spielt die Aurora zu Beginn der Russischen Revolution von 1917?
Die Aurora war der Kreuzer, der das Zeichen gab, das Winterpalais zu stürmen. Er ist das Wahrzeichen der Russischen Revolution.
Was bewegte das Volk zum Widerstand gegen die Monarchie?
Die Menschen waren zum Teil jahrelang von Freunden und Familie getrennt und verloren viele von jenen ebenfalls. Die allgemeine Armut und die Niederlage im Krieg brachten das Fass zum Überlaufen. Ein Schuldiger war schnell Gefunden- die Monarchie
Wen trifft nach Meinung des Volkes die Schuld für die Krise im Februar 1917?
Nach der Meinung des Volkes war die Krise im Februar 1917 die alleinige Schuld des Zaren.
Was passiert in Petrograd 1917? Welche Stimmung herrscht dort (Febr. 1917)
In Petrorad bricht die Revolution aus. Zahlreiche Aufstände entstehen. Das Volk wollte den Krieg nicht mehr und sie wollten denjenigen, der die Russen zur Niederlage geführt hatte auch nicht mehr.
Warum dankt der Zar letztlich ab?
Wegen der Februarrevolution! Der Massenstreik der Arbeiter und Soldaten in Petrograd zwingt ihn zum Rücktritt. (Siehe dazu auch den Rest des Beitrags)
Welches Programm hatte die Provisorische Regierung (ab März 1917)? Wie wurde sie gebildet?
Die Provisorische Regierung (Duma) wollte die Weiterführung des Krieges und außerdem Freie Wahlen (also Demokratie).
Warum wurde Lenin aus dem Schweizer Exil ausgerechnet vom deutschen Militär nach Petrograd gebracht (April 1917)? Welche Absicht verfolgte die Oberste Heeresleitung (OHL) mit Lenins Wirken in Russland?
Sie wollte eine Revolution in Russland, die das ganze Land für längere Zeit lahm legen würde, und sie so ungestört handeln konnten ohne gleich angegriffen zu werden. Ein revolutionäres Chaos würde die Niederlage des russischen Militärs herbeiführen.
Wer waren die Bolschewiki? Welche Ziele verfolgten sie?
Was waren Lenins erste Programmpunkte? Welche Fehler machte die Provisorische Regierung umgekehrt?
Die Bolschewiki (dt. Mehrheitler) war eine Partei, die kommunistisch dachten und deren Vordenker Marx war. Sie wollten ein Einparteiensystem und eine Planwirtschaft (d.h. alles wird verstaatlicht). Lenin war der Führer der Bolschewiki.
Lenins erste Programmpunkte waren die sofortige Einstellung des Krieges und die Übergabe von Land an die Bauern.
Die Duma machte den Fehler, dass sie den Krieg weiterführen wollten. Dieser eine Punkt führte dazu, dass die Leute die Bolschewiken unterstützten oder zumindest gewähren ließen (wollten), da eine Weiterführung des Krieges für sie überhaupt nicht in Frage kam.
Wie unterscheidet sich die Darstellung des Sturms auf das Winterpalais (Regierungssitz der Provisorischen Regierung) im Film mit den Vorgängen in der Wirklichkeit?
- Es gab fast keine Verletzen/Tote
- Falsche Romantik --> alle sind sich einig! Dies stimmte jedoch nicht.
- Der Sturm auf das Winterpalais wurde nur von wenigen durchgeführt, d.h. kein Volkssturm
Weshalb beginnt am 25./26. Oktober eine neue Ära?
Eine neue Regierungsform tritt in Kraft: Der Kommunismus. Die Ära des Kommunismus war eingeleitet.
Was bestimmt Lenin in den ersten Dekreten?
Frieden und die gleichmäßige Verteilung von Grund und Boden (Bodenreform)
Wie kam es zum Bürgerkrieg? Wer sind die Gegner?
Lenins Gegner (Adel, Industrielle, Kirche, Offiziere,) wehren sich. Es kommt zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Roten (Lenin) und den Weißen (alten Kräften)
Wie reagierte Lenin auf den Friedensvertrag von Brest-Litowsk vom März 1918?
Lenin akzeptiert den harten Frieden von Brest-Litowsk, und Russland trat riesige Gebiete an das Deutsche Reich ab. Allerdings ging Lenin davon aus, dass der Erfolg der Deutschen nur vorübergehend sei, und die Weltrevolution alles ändern würde.
1.6 Folgen des ersten Weltkriegs
Zeitungsartikel aus französischer Sicht über die Folgen des Ersten Weltkriegs
Morgenzeitung 8.11.1919
KRIEGSENDE - Doch wie geht es jetzt weiter?
Neben den Menschenverlusten, die immens sind: allein 5.950.000 Zivilisten und 8.846.000 Soldaten, gibt es auch sehr hohe materielle Schäden. Nach 4,5 Jahren Dauerbeschuss sind nun große Wohngegenden zerstört. Die USA, die sich langsam zu einer Weltmacht entwickelt, hat keinerlei Produktionsausfälle wie wir gehabt, was bewirkt, dass wir abhängig von ihnen werden. Man bedenke daher die Produktionsausfälle.
Für diese Schäden sollte Deutschland aufkommen. Doch können wir bei der großen Inflation in Deutschland überhaupt Reichsmark annehmen? Wer weiß, wie viel diese übermorgen noch wert ist. Wäre Land als Ausgleich nicht eine bessere Lösung?
Zudem dankte der deutsche Kaiser ab. An wen sollten wir uns denn wenden wenn das Land von einem Haufen unentschlossener Leute regiert wird, die sich politisch noch nicht festgelegt haben und nichts hinbekommen? Allerdings dankten nicht nur die Deutschen sondern auch viele weitere Monarchen ab. Auch viele Zivilisten wandern momentan aus. Die meisten davon nach Deutschland.
Aus den besiegten Ländern entstanden viele neue Länder. Wie zum Beispiel in Österreich-Ungarn, die ein Partner Deutschlands waren, entstanden Tschechoslowakei, Österreich, Ungarn und Jugoslawien.
Entwickelt sich nun in Deutschland eine Anti-Kriegs-Bewegung oder wollen sie Revanche? Wer wird das neue Regierungsoberhaupt? Dies ist eine wichtige Frage für das weitere Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich. Doch wie es sich nun wirklich entwickelt, werden wir innerhalb der nächsten Monate oder auch Jahre erfahren.
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Kerstin siehe für ihren Blog auch
http://doro-doro.over-blog.de/pages/5_Folgen_des_1Weltkrieges-886507.html
11.11.1918
Folgen des Ersten Weltkriegs
Der industrialisierte Massenkrieg Krieg ist zu Ende. Die Welt steht politisch und wirtschaftlich vor einem Trümmerhaufen.
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Heute am 11.11.1918 wurde der Waffenstillstand endlich unterschrieben. Die Waffen schweigen nach vier Jahren Krieg. Frankreich, Großbritannien und die USA, die westlichen Demokratien gehen als Sieger vom Schlachtfeld! Doch der Preis, den gerade wir Franzosen bezahlen ist enorm: 1,3 Millionen Franzosen haben ihr Leben für Frankreich geopfert, die Zahl der Invaliden der psychisch Gestörten ist nochmals um ein Vielfaches höher. Es mag uns ein Trost sein, dass wir dem Feind den Frieden diktieren können, und es muss vor allem sichergestellt werden, dass Deutschland in Zukunft keinen Krieg mehr vom Zaun brechen kann. Eine Schritt in die Richtung Frieden ist getan: der Rücktritt Kaiser Wilhelms II. Haben Wilhelm und seine Offiziersclique im Juli 1914 nach dem Attentat von Sarajewo nicht alle Bemühungen der Briten durch Verhandlungen den Frieden zu wahren ausgeschlagen? Es ist nur gerecht, dass das Schicksal die Deutschen und Österreicher hart trifft. Deutschland muss sämtliche Schäden wieder gutmachen - wenn das überhaupt möglich ist - , Deutschland muss abrüsten, muss Elsass-Lothringen an Frankreich zurückgeben. Nach Möglichkeit gilt es den Deutschen die Rohstoffgrundlage zu entziehen. Das kohlereiche Saarland, das hoch industrialisierte Ruhrgebiet müssen wir unter französische Kontrolle bringen. |
Auch andere Länder wie Belgien und Dänemark werden Gebietsansprüche stellen, ganz zu schweigen von den Polen, die gerade dabei sind sich aus der russischen Herrschaft loszulösen und einen eigenen Staat zu gründen. Gebietsabtretungen Deutschlands an das neue Polen können nur in unserem Sinne sein. Alles was Deutschland schwächt, stärkt Frankreich. Wir werden die neuen Staaten, die auf dem Boden der zusammengebrochenen Monarchien entstehen werden, unterstützen und nach Möglichkeit durch Bündnisse schützen: Polen, Tschechoslowakei, Ungarn. Alles was Deutschland und Österreich schwächt, ist in unserem Sinne. Leider sehen vor allem die USA das anders. Als neue Weltmacht weit weg von Europa unterschätzen sie die Deutschen. Sie haben weniger Angst vor einem erstarkenden Deutschland und werden unsere Ansprüche zurückzudrängen versuchen. Hier gilt es bei den anstehenden Friedensverhandlungen Überzeugungsarbeit zu leisten. Unsere Sorgen und unser Misstrauen sind mit Blick auf Deutschland nur allzu berechtigt. Die Friedensbewegung ist schwach, und die auf Revanche sinnenden Organisationen erfreuen sich großen Zulaufs. Umso dringlicher ist es, Deutschland so zu schwächen, dass es keinen Schaden in der Welt mehr anrichten kann.
Fiktiver Artikel aus französischer Sicht (J.Gienger)
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Der Erste Weltkrieg forderte gewaltige
Menschenverluste.Darunter waren allein 5.590.000 Zivilisten, die sich nicht als Soldaten am Krieg beteiligt hatten. 8.846.000 Soldaten starben ebenfalls.
Die materiellen Schäden tragen keine genauen Zahlen, sindaber ebenso immens. Tausende von Menschen verloren ihre Häuser, die zum Teil unter Dauerbeschuss standen. Durch den Krieg bedingt gab es Produktionsausfälle, wie hoch diese waren ist nicht gewiss. Auch die Zerstörung von öffentlichen Dingen, wie zum Beispiel den Eisenbahnschienen gehört zu den materiellen Schäden. Die Carnegie Stiftung schätzt die Kosten auf etwa 338 Mrd. Dollar
Alle Länder waren betroffen durch die hohen Kriegskosten und die Ausbeutung der besetzen Gebiete. In Deutschland endete die Finanzierung der Kriegskosten mit der Geldentwertung, die durch eine Inflation eingeleitet worden war.
In Deutschland dankt Wilhelm II am 10.11. 1918 ab. Nur einen Tag danach tut ihm dies der österreichische Kaiser gleich. 15.3. 1917 wird der russische Zar gestürzt und die Revolution der Jungtürken 1922/23 erzwingt den Sturz der türkischen Monarchie.
Aus den besiegten und zusammengebrochenen Staaten entstehen viele neue Staaten Unter anderem die Republik Irland,. Die sich von England löst sowie Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen, die sich von Russland lösen. Auf dem Gebiet von Österreich- Ungarn entstehen die Einzelstaaten Tschechoslowakei, Österreich, Ungarn und Jugoslawien. Ägypten, Syrien, Libanon, Irak, Palästina, Transjordanien und Saudi Arabien trennen sich vom Osmanischen Reich.
Dass die USA Weltmacht wird hängt vor allem damit zusammen, dass sie kriegsentscheidend im April 1917 war. Sie waren diejenigen die durch die Lieferung von Kriegsmaterial an die Alliierten wirtschaftlich begünstigt waren.
In vielen Ländern entwickeln sich Anti- Kriegs Bewegungen so auch in Deutschland. Der Völkerbund wird 1919 gegründet. Außerdem wird der Deutsche Friedensbund und der Reichsbund gegründet. Die Friedensgesellschaft erreichte 30.000 Mitglieder der Dachverband deutsches Friedenskartell sogar 100.000 Mitglieder. Das Ziel dieser Bewegungen war dass die Konflikte in Zukunft friedlich geregelt werden.
Wirtschaftliches und politisches Chaos ist die Ursache für den Aufstieg der totalitären Regime. Der erste kommunistische Staat wird 1917/22 mit der UdSSR in Russland gegründet. Die kommunistischen Internationalen waren auf eine Weltrevolution aus. In Deutschland, Italien und Spanien übernehmen faschistische Parteien die Macht.
1.5 Friedensverträge
Auswirkungen für Deutschland
Versailler Vertrag
- Satzung des Völkerbundes (siehe unten)
- Gebietsverluste:: Elsass Lothringen, Posen, Westpreußen, Hultschiner Ländchen,
Memelgebiet, Danzig, Eupen - Malmedy, Verlust der Kolonien(Ohne Volksabstimmung)
Nordschleswig, südlicher Teil Oberschlesiens, (Saarland,) Rheinland (Mit
Volksabstimmung)
- Laut Vertrag sind Deutschland und Bündnispartner schuld am Krieg
- Nach deutschen Angaben wurde 53 Mrd. Goldmark als Reparationskosten gezahlt, nach
französischen nur 23 Mrd.
- Berufsarmee auf 100.000 Mann verkleinern
- Ablieferung der meisten Handelsschiffe
- Verbot einer weiteren Bündnispartnerschaft mit Österreich
Auswirkungen für Österreich
Vertrag von St.- Germain (10.9.1919)
-Satzung des Völkerbunds (wie bei Deutschland)
- Gebietsverluste: Südtirol, Triest, Istrien, Dalmatien, Teile Kärntens und der Krain
- Anerkennung der Selbstständigkeit Ungarns, Tschechoslowakei, Polens, Jugoslawien
- Verbot einer weitern Bündnispartnerschaft mit Deutschland
-Berufsheer von 30.000 Mann
Auswirkungen für Ungarn
Vertrag von Trianon (4.6.1920)
- Satzung des Völkerbundes
- Gebietsverluste: Slowakei, Karpato- Ukraine, Kroatien-
Slawonien, Banat, Siebenbürgen, Burgenland
- Berufsheer von 35.000 Mann
Auswirkungen für Bulgarien:
Vertrag von Neuilly (27.11.1919)
- Satzung des Völkerbundes
- Gebietsverluste: südwestthranzische Gebiete
- Berufsheer von 20.000 Mann
Auswirkungen für die Türkei
Vertrag von Sèvres, (10.8.1920)
- Gebietsverluste: Internationalisierung der Meerengen, Ostthrakien mit Gallipoli, Ägäische
Inseln (außer Rhodos an Italien) und Smyrna mit Hinterland, Syrien und
Kilikien, Irak und Palästina, (Mandatsgebiete, Schutzherrschaft über
Arabien), Dodekanes und Rhodos, Armenien und Kurdistan werden
selbstständig , Zypern und Ägypten (Mandatsgebiete), Südliche
Mittelmeerküste (Adramyti bis Adalia)
- Berufsheer von 50.000 Mann
Nach Widerstand unter Nationalbewegung mit Mustafa Kemal Pascha gegen den Vertrag von Sèvres Vertrag von Lausanne 1923
Gebietsrückgaben: Ostthrakien an die Türkei, Imbros und Tenedos und das Gebiet um
Smyrna an die Türkei
- Siegermächte verzichten auf Reparationen
- Abzug der Besatzungsarmeen
Teil 1 (Artikel 1-26) Die Satzung des Völkerbundes ist Bestandteil des Versailler Vertrages. Der Völkerbund mit dem Ziel der "Förderung der Zusammenarbeit der Nationen und zur Gewährleistung von Frieden und Sicherheit" vereinbart den gegenseitigen Schutz der Mitglieder vor Angriffen aggressiver Nationen und fördert die weltweite Abrüstung. Der Völkerbund schafft Organe zur Umsetzung der Ziele: den Rat mit Vertretern der Hauptmächte und 4 weiteren Vertretern der Mitgliedsstaaten und die Bundesversammlung mit je einem stimmberechtigten Vertreter aller Mitgliedsstaaten.













